Blogadventkalender – Türchen 14

Ihr Lieben,

alle Jahre wieder lädt Sabine von GrünRaumSchreiben die bloggende Crême-de-la-crême ( 😉 ) zum besinnlichen Blogadventkalender-Schreiben ein.

Die liebe Hedda schrieb gestern:

Türchen No. 13

Henni wurde ganz schummerig. Sie musste sich auf ihren wackligen Küchenstuhl mit der abgeblätterten Farbe setzen, das einzige Möbelstück, das ihr von ihrer Großmutter geblieben war. (Neben den Ringelsocken, aber die waren ja schließlich kein Möbelstück und außerdem hatten sie ein Loch, da wo ihr großer Zeh immer vor Aufregung wackelte, wenn sie mit irgendwas nicht klarkam und sie müsste sie eigentlich wegschmeißen, was sie aber nicht konnte, weil sie ja von Oma Lotte waren!).

Auf einmal wurde es Henni schwer ums Herz. Sie musste unweigerlich an Uwe denken und daran, was er wohl zu dem kleinen rotgepunkteten Schweinchen sagen würde. „Mensch, Henni, ein Schwein in der Wohnung, das geht doch nicht!“ Das würde er sagen und einen großen Schluck aus seinem orangefarbenen Flachmann nehmen, den sie ihm mal an Ostern statt eines bunten Eis geschenkt hatte.

„Henni, Henni,“ würde er sagen und den Arm um sie legen. „Und zu den Hühnern kann das Schwein auch nicht, dann trampelt es am Ende noch die Eier kaputt!“ und dann würde er sie von der Seite ansehen, so von links unten bis oben und wieder zurück und zum Schluss würde er sie anlächeln und sie würde seine Zahnlücken sehen… Henni musste grinsen. Genau so hätte sich Uwe verhalten, das tröstete sie irgendwie an diesem trübentümpeligen Nebelnieseltag, an dem Jana im Wohnzimmer leise vor sich hin weinte und das Schweinchen mit den roten Punkten sich in den Schlaf quiekte.

Vorsichtig öffnete Henni die Wohnzimmertür, und war bass erstaunt über das, was sie dort sah…

Und das versteckt sich hinter meinem Türchen No. 14:

1. Das Ferkelchen quiekte sich nicht etwa in den Schlaf, vielmehr schien es zu lachen.
Was 2. daran lag, dass Jana gar nicht weinte, sondern den Bauch des Ferkels kitzelte und dazu immer wieder „Buhuhu“ murmelte.
3. (und das brachte Henni endgültig aus der Fassung) lag Julius mit dem Rücken auf dem Boden. Er hatte die Schuhe ausgezogen, so dass sie sehen konnte, dass auch er rot-weiß-geringelte Socken trug. Aber das war eigentlich nur ein weiteres überraschendes Detail am Rande, denn Julius machte auf ihrem Teppich wiederholt die Schneeengel-Bewegung und skandierte dazu: „Zu diesem Schwein sagt man nicht Nein! Zu diesem Schwein sagt keiner Nein! Nein zum Nein und Ja zum Schwein!“

Diese Szenerie war das aberwitzigste, dass Henni jemals gesehen hatte. Sie war schier verblüfft und wusste vor lauter ambivalenten Gefühlen gar nicht, was sie sagen sollte. Da war Verwirrung, aber auch Verärgerung und irgendwie waren da auch Scham und ein seltsames Gefühl von… War das etwa Eifersucht?
Und da war noch etwas anderes. Es brickelte zuerst in den Finger- und Fussspitzen, doch dann breitete es gleichermaßen wohlig-warm und irritierend in den Armen und Beinen aus, schmiegte sich in ihren Magen und ihr Herz und schoss ihr dann hitzig in die Wangen. Und dann brach es aus ihr heraus. Henni begann zu lachen. Es war ein glockenklares, wärmendes Lachen, herzlich und laut. Tränen schossen ihr kichernd aus den Augen.

Julius und Jana lachten auch und das Schweinchen sowieso.

Danach wusste keiner mehr, wie lange diese Lachparade gedauert hatte. Sie steckten sich immer wieder gegenseitig an und hielten sich den scheppernden Bauch.

„Meine Güte“, stöhnte Henni irgendwann in das allgemeine Japsen. „Das hab ich echt mal gebraucht.“

Julius lächelte sie liebevoll an. „Ich auch, liebe Henni, ich auch.“

Henni lächelte zurück. „Also Nein zum Nein und Ja zum Schwein? Da werde ich aber Hilfe brauchen.“

Julius grinste schief. „Genau darauf hatte ich gehofft!“

Er stand auf, klatschte schaffensfroh in die Hände und…


Wie es weitergeht erfahrt Ihr morgen von Sonja auf ihrem Stern***Zeilen-Blog.

Eine schöne Weihnachtszeit Euch allen!
Eure Mo…

7 Kommentare zu „Blogadventkalender – Türchen 14“

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