Knoten im Hirn

Viele Gehirnwindungen sollen ja gut sein. Das Problem mit den Gehirnwindungen ist jedoch, hat man erst einmal eine Menge davon, kommt man früher oder später nicht umhin, sich ein paar Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Was ist der Sinn des Lebens? Oder: Ist die Welt da draußen vielleicht doch nur eine Erfindung meines Gehirns? Und auch sehr beliebt: Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Man könnte es sich einfach machen: 1. Der Sinn des Lebens ist es, es zu leben statt dusselige Fragen zu stellen! 2. Sollte ich wirklich derart verrückt sein? Auf KEINEN Fall! 3. Wir werden sehen. Oder eben auch nicht. 😉

Will man sich allerdings ernsthaft über diese Fragen Gedanken machen (die Gehirnwindungen haben am Ernsthaften bisweilen großen Spaß), dann stellen sich kurzerhand eine Menge neuer Fragen, die ebenfalls beantwortet werden wollen. Wenn wir zum Beispiel nach dem Sinn des Lebens fragen, dann sollten wir schließlich wissen, was wir eigentlich mit Sinn meinen… Ein Erklärungsversuch liefert dann wiederum weitere Worte, die ihrerseits auch näher durchdacht werden wollen.

Will man sich also ernsthaft Gedanken machen, läuft man Gefahr, sich die Gehirnwindungen zunehmend zu verheddern. Und ehe man sich versieht, hat man Knoten im Hirn.
Und es ist ein verdammt hartes Stück Denkarbeit, diese dann wieder aufzudröseln…

Wozu tut man sich das also überhaupt an? Zumal die Antworten, die man vielleicht findet, meist bloße Vermutungen bleiben.

Zum einen natürlich, weil diese Gedankenspiele bei aller Anstrengung schon auch irgendwie Spaß machen (können). Zum anderen vielleicht, weil man gerade Biographisches und Kreatives Schreiben an der ASH Berlin studiert.

Wir von #bks11 sind derzeit nämlich im dritten Semester und haben in dessen Rahmen das (für einige meiner Kommiliton*Innen zweifelhafte) Vergnügen, das Modul Lebensphilosophie zu belegen.

Nun grübeln wir also über derlei Fragen nach, gehen aber noch ein kleines Stück weiter, in dem wir uns außerdem fragen: Was hat das Ganze mit mir und meinem Leben zu tun? Und mehr noch: Was hat es mit meinem Schreiben zu tun?

Der Haken ist, wir denken schreibend darüber nach. Es gilt also nicht nur, die Knoten im Hirn wieder und wieder aufzudröseln, sondern wir dürfen uns auch mal wieder mit unseren inneren Dämonen und Hirngespinsten auseinandersetzen. Juhu!

Zum Glück gibt es wunderbare kreative Spielerein, die helfen können, das Hirn mal kräftig auszuschütteln, um Hirnknoten und emotionale Verspannungen zu lockern oder gar zu lösen.

Meine obige Collage ist zum Beispiel das Resultat einer solchen Spielerei. Jetzt habe ich den Kopf erstmal wieder frei und gleich noch einen Anlass, endlich mal wieder etwas zu posten.

Wer hätte gedacht, dass Knoten im Hirn sich derart lohnen?!

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7 Gedanken zu “Knoten im Hirn”

  1. Hat dies auf Mia.Nachtschreiberin. rebloggt und kommentierte:
    Liebe Mo, was für eine geniale Collage, was für ein Blau unendliches Blau im Hintergrund, das Blau der unendlichen Fragen und Fragen und Fragen. Eine Frage ist eine Frage ist eine Frage … Ist sie eine Frage, die Frage? und, wissen wir, was eine Frage ist? Ist eine Frage dieselbe Frage wie für mich?
    Herzliche verknotete Hirnknotengrüße zurück,
    Sabine

    Gefällt 1 Person

  2. Liebe mo….
    da sprichst Du mir mit den Knoten im Hirn total aus der Seele. Ich gehöre zu denjenigen, denen das Philosophie-Modul ein bisschen wie ein Stein im Magen liegt. Vielleicht sollte ich auch mal auf kreative Weise versuchen einen Zugang dazu zu kriegen. Deine Collage macht Hoffnung auf Entkrampfung, angesichts der blauen Buntheit. Danke für dieses wunderbare Bild am trüben Freitagmorgen.
    Liebe Grüße
    Anne

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anne,

      Danke für die „blaue Buntheit“. Die mag ich sehr.
      Ja, das Philosophieren ist schon nicht so einfach. Ich versuche da aber, mich nicht allzu ernst dabei zu nehmen und das versuche ich wiederum nicht allzu krampfhaft. 😉

      Liebe Grüße und einen steinfreien Magen für Dich!
      mo…

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  3. Liebe Mo,
    danke für deine inspirierende Collage! Mir gefällt, dass der Steg in die blaue Blase voller Möglichkeiten führt – ein Mysterium, wie unser Kopf, in dem sich die Gedanken verbinden, verwringen, auseinanderfallen, neu zusammen finden.
    Ich quäle mich auch ganz schön mit unserem Philosophie-Modul. Tröstlich, dass ich nicht die einzige bin. Deine Anstöße nehme ich umso lieber auf. Das Denken kann eigentlich Freude machen, wenn man nicht auf eine Antwort oder Lösung fixiert ist, sondern die Transformation der Ideen zulässt.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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    1. Liebe Ulrike,

      „Gedanken
      verbinden,
      verwringen,
      auseinanderfallen,
      neu zusammen finden“

      – das ist sehr poetisch und wunderschön!

      Nein, Du bist da wirklich nicht allein. Ich bin zwischen Spaß und Qual schon ziemlich hin und her gerissen. Aber ich wollte in diesem Studium ja auch herausgefordert werden, also gilt es tapfer zu bleiben und eben den Humor nicht zu verlieren. 😉

      Liebe Grüße
      mo…

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