Der Weg des Künstlers

Worum geht es da eigentlich?

Julia Cameron, die Autorin des Bestsellers Der Weg des Künstlers, ist eine echte Allrounderin in Sachen Kreativität und damit ihr eigener quicklebendiger Beweis für ihre innerste Überzeugung, dass ein Leben in Kreativität die Bestimmung des Menschen ist.
Klar, sagst Du vielleicht etwas zynisch, leicht zu sagen, wenn man Talent besitzt. Und schon bist Du in eine der Fallen getappt, die Julia Cameron mit ihrem 12-Woche-Programm aufzeigen möchte. Der Mensch ist ein kreatives Wesen, schreibt sie in ihrem Buch und meint damit, dass wir alle Teil einer schöpferischen Energie sind, die uns nicht nur umgibt, sondern die auch in jedem von uns angelegt ist.

Ich stelle mir das Universum als ein riesiges Meer der Kreativität vor, in das ich eingetaucht und von dem ich geformt bin. Indem ich mich öffne und mir meine Kreativität zu eigen mache, verwandle ich mich von einem Wesen, das absichtslos in diesem Meer schwimmt, in einen funktionstüchtigen, bewussten und kooperativen Teil dieses Ökosystems.

Julia Cameron: Der Weg des Künstlers, S. 23.


Julia Cameron ist aufgrund ihrer Erfahrung, selbst Künstlerin zu sein und anderen den Weg zum Künstler näher zu bringen, davon überzeugt, dass nur ein kreatives Leben der Weg zu einem erfüllten Leben ist. Und sie geht sogar noch weiter. Sie folgert aus der Tatsache, dass wir die Gabe der Schöpferischen Fähigkeit bzw. Kreativität erhalten haben („[…] jeder Atemzug ist ein Schöpfungsakt.“, schreibt meine Kommilitonin Christiane auf ihrem Blog Der Raum in mir ganz passend dazu), dass wir es dem Leben, dem Universum, der Natur, Gott oder wen auch immer wir für die Quelle unserer schöpferischen Energie halten, schuldig sind, unsere Gabe auch auszuleben. 

Nur so finden wir Erfüllung, Erleuchtung, ein Leben in Einklang mit allem. 
Man könnte weitergehen und sagen, Kreativität ist Spiritualität ist Liebe.
Das klingt sehr esoterisch, ich weiß (auch in mir gibt es einen zynischen Anteil, der gerade mit den Augen leiert), aber sollte uns das davon abhalten, diesen inspirierenden Weg zu gehen? Oder ist das vielleicht eine weitere Hürde, die wir uns selbst in den Weg stellen, um uns daran zu hindern, das Leben zu führen, das wir verdienen?
Wie ging es Dir übrigens gerade mit dem letzten Satz? …das Leben zu führen, das wir verdienen. Sag es doch einmal laut: Ich verdiene es, ein erfülltes, kreatives Leben zu führen. Wie war es? Ging es dir leicht über die Lippen oder kamst Du dir albern dabei vor oder wollte es Dir vielleicht gar nicht so richtig gelingen? Hast Du einen Widerstand in dir gespürt? Solche Widerstände zu erkennen und auszuräumen, genau darum geht es bei Der Weg des Künstlers.

Dieses Buch stellt einen spirituellen Werkzeugkasten der Selbstheilung dar. Es enthält Werkzeuge, die Sie bei der Überwindung Ihrer inneren Blockaden unterstützen, Ihnen das Tor zu Ihrer Kreativität öffnen und Sie aus Ihrer Verkrampfung befreien.

Julia Cameron: Der Weg des Künstlers, S. 21.


Wir können doch nicht alle Künstler sein, wirst Du vielleicht entgegen. Julia Cameron würde fragen: Warum denn nicht?  Diesen Einspruch entlarvt sie als weiteren Widerstand, den es zu überwinden gilt. Julia Cameron will uns einen Weg aufzeigen, wie wir die Beschränkungen, die wir uns selbst auferlegen, abbauen können, um die Dinge in unserem Leben von nun an mit Leidenschaft, Freude und Überzeugung zu tun. Denn wenn wir die Kreativität in unser Leben holen, dann werden wir unser Leben selbst zur Kunstform erheben, wir werden Lebenskünstler sein, im übertragenen, wörtlichen und wahrhaftigsten Sinne.
Ich finde diese Idee sehr schön. Warum also nicht etwas ausprobieren, was mein Leben bereichern könnte. Nur weil ich unterwegs vielleicht ein paar meiner Dämonen begegne? Ich habe keine Lust mich zu fürchten, dafür bin ich viel zu neugierig. Und genau deshalb mache ich mich auf den Weg. 
Weil der Weg jedoch lang und bisweilen steinig sein kann, schlägt Julia Cameron als Einstieg in das Programm vor, mit sich selbst einen Kreativitätsvertrag einzugehen. Der Vertrag im Buch war mir allerdings ein wenig zu formell. 
Mein Kommilitone Urs, der selbst den Blog I curate You betreibt, hat mit uns einen Artikel über die Textverarbeitung im Web geteilt. Da habe ich ich Canva entdeckt. Ein erneutes Zeichen. Ich dachte mir, warum nicht auf diese Weise meinen Kreativitätsvertrag gestalten. Aber sieh doch einfach selbst…

Kreativitätsvertrag_kl

Wie gefällt er Dir? Ich gebe zu, ich bin ein kleines bisschen stolz. (Aber nicht zu viel, schließlich befinde ich mich ja noch am Anfang des Weges.)
Ob oder wie gut ich meinen Vertag in der ersten Woche eingehalten habe, erfährst Du dann in Kürze
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15 Gedanken zu “Der Weg des Künstlers”

  1. Ja, er gefällt mir, weil du von einem anderen Künstler, Urs, der ebenfalls einen kreativen Weg geht, Canva entdeckt und gleich für dich genutzt hast: diese Herangehensweise mag ich sehr und es wirkt, allemal stimmig, Gratulation zum Kreativitätsvertrag!
    Liebe Grüße,
    Sabine

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  2. Liebe Mo,
    Ob Eso oder nicht, seine schöpferische Kraft ist das, was den Menschen ausmacht. Davon bin ich überzeugt. Ich freue mich, wie Du Dich kritisch fragend unter Vertrag stellst. Das werden spannende 12 Wochen (auch für mich als Leser).
    Liebe Grüße aus dem ICE, der sich gerade Freiburg nähert, Urs

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    1. Ja, lieber Urs, ich bin auch schon gespannt, was da noch alles auf michzukommt und was ich vielleicht an neuen Seiten an mir oder meiner Kreativität entdecken werde…
      Ich wünsche auch Dir eine schöne Reise, diesmal im wörtlichen und übertragenen Sinne. 🙂

      Liebe Grüße
      mo…

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  3. Liebe Mo….
    ich bin gerade dabei über dieses Studium meine lange verschüttete kreative Seite zu entdecken und berausche mich an meiner Schreibfreude und an den unentwegt aus mir herausquellenden Sätzen, auch wenn sie manchmal banaler Natur sind. Ungehemmt schreiben zu dürfen und dabei permanent Freude zu haben, ist nach langen Jahren des Berufsalltags so viel Lust, dass ich darüber eigentlich gar keinen Vertrag mehr abschließen muss, zumal der mich wieder in mein Juristenleben zurückführen könnte. Ich schreibe einfach und das immer wieder und immer neu…….
    Liebe Grüße
    Anne

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    1. Liebe Anne,
      ich freue mich für dich, dass Du gerade so voller Schreibfreude bist. Und dass Du auf Verträge gerade nicht so scharf bist, kann ich gut nachvollziehen… und allein zum Schreiben bräuchte ich ihn sicher auch nicht, aber in Sinne des Buches geht es ja beim Kreatitätsvertrag nicht allein darum, kreativ zu sein, sondern sich verschiedenen Aufgaben zu stellen, die einen hier und da vielleicht auch mit den eigenen Dämonen konfrontieren… Außerdem war er ja für mich ein Anlass, mich gleich mal kreativ mit einem neuen digitalen Werkzeug auszutoben. 🙂
      Liebe Grüße
      mo…

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  4. Liebe Mo,
    „Ich verdiene es, ein erfülltes, kreatives Leben zu führen.“ – vielen Dank für diesen tollen Satz, den ich sofort unterschreibe (mit oder ohne digitalem Kreativprogramm). Deinen Vertrag mit dir selbst finde ich inspirierend – inhaltlich und in deiner gestalterischen Umsetzung. Seinen eigenen kreativen Weg zu finden und zu gehen ist sicherlich nicht immer leicht und eine Selbstverpflichtung hilft bestimmt, nicht zu schnell vor Hindernissen zurück zu schrecken. Bin sehr gespannt, deinen Weg mitzuverfolgen.
    Herzliche Grüße
    Ulrike

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    1. Liebe Jeanette,
      vielen lieben Dank. Es freut mich, wenn mein Kreativitätsvertrag dich inspiriert, das Buch mal wieder zur Hand zu nehmen und dich so daran erinnert, dir für dich und deine Kreativität Zeit zu nehmen. 🙂
      Liebe Grüße
      mo…

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  5. Hey Mo, wahrlich erfrischend, diese Perspektive auf Kreativität und Schaffenskraft. Das hat so rein gar nichts von dem Kunstunterricht, den ich während meiner Schulzeit zu erdulden hatte. Ich kann nicht wirklich malen, also – gegenständliche Motive und dergleichen – in der Schule aber haben immer wieder sehr konkrete Motive dominiert. Vor zwei Jahren hatte dann im BKS jemand 12 Wochen über Strichübungen mit Kohlestift gebloggt und da habe ich mehr über Kreativität gelernt als in all den Jahren im schulischen Kunstunterricht.
    Beim Lesen Deiner Einträge ist mir nun klar geworden, dass es mit der Kunst ist wie mit dem Schreiben: blickt man produktorientiert darauf, verpasst man einen erheblichen Teil der Identität eines Kunstwerkes/Textes, weil man dann gar nichts vom Prozess erfasst und der – dieser „Weg“ – ist doch so voll mit Lerngelegenheiten…
    Frohe Ostern!
    Daniel

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    1. Hallo Daniel,
      vielen lieben Dank für Dein ermuntendes Feedback. Ich freue mich sehr darüber. Denn obwohl ich mich ja beruflich auch viel mit Themen wie Selbstvertrauen, Selbstachtung, Achtsamkeit und so weiter beschäftige, lerne ich durch diesen neuen Blickwinkel ebenfalls eine Menge dazu und es macht mir umso mehr Freude, wenn ich das teilen und mich darüber austauschen kann. Insbesondere den Gedanken, dass es immer noch viel besser ist, eine vermeintlich schlechte Künstlerin (ist ja eh alles relativ…) zu sein, als gar keine, finde ich sowohl erheiternd als auch sehr erleichternd…
      Auch dir noch schöne Ostern und liebe Grüße
      mo…!

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